Das zwei-Personen Spiel Targi gilt bei vielen als echte Perle unter den Zwei-Personen-Spielen. Es kombiniert einen cleveren Arbeitereinsetz-Mechanismus mit einem variablen und herausfordernden Spielablauf. Vor kurzem erschien die Erweiterung zu dem Spiel, die einige neue Elemente hinzufügt.
Dass Spiele mittlerweile eher zu zweit gespielt werden, ist ein grundsätzlicher Trend. So sind viele Spiele mittlerweile nicht mehr auf die optimale Spielerbesetzung von drei bis vier Spielern ausgelegt, sondern decken vielmehr das Spektrum nach unten deutlich ausbalancierter ab. Mittlerweile gibt es unter Brettspielern aber auch den Trend zum Solo-Spiel. Viele Spiele von Uwe Rosenberg bieten dies beispielsweise schon lange an. Bei anderen Spielen – beispielsweise Russian Railroads oder Orléans – wurde der Solo-Modus in einer Erweiterung nachgeliefert.
Andy Steiger, Autor von Targi und der zugehörigen Erweiterung, ging nun einen anderen Weg. Er hat die Solo-Regeln einfach mal so auf Boardgamegeek veröffentlicht. Eine gute Sache, sowas auch mal (mehr oder weniger) öffentlich rauszuhauen. Da es ohnehin nur die Geeks interessieren dürfte – Otto Normalverbraucher spielt in der Regel nicht alleine – ist das auch genau die richtige Plattform dafür.
Hier geht es zu den Solo-Regeln Boardgamegeek in deutsch oder englisch.
Bitte beachtet aber, dass die Dateien nur von registrierten Nutzern heruntergeladen werden können. Aber eine Anmeldung ist eh Pflicht.
Dieses Jahr geht es auf Kickstarter so richtig zur Sache. Dauernd gibt es interessante Veröffentlichungen und Mega-Kampagnen. Mit Rising Sun hat CMON (ehemals Cool Mini Or Not) einen Riesenerfolg (über 4 Millionen Dollar!) gelandet und die eine oder andere kleine Perle wurde auch realisiert. Ich freue mich beispielsweise auf das thematisch ungewöhnliche Dogs schon sehr. Und dann noch Food Truck Champion von Daily Magic Games, die bereits mit Villages of Valeria im letzten Jahr schon erfolgreich waren (Rezension folgt…). Und jetzt Kitchen Rush…
Artipia Games ist mit seinem neuen Küchenspiel Kitchen Rush live gegangen und präsentiert ein Spiel mit einem aufregendem Thema. Das Spiel erinnert mich ein bisschen an ältere Computerspiele bei denen man schnell die aufgegebenen Bestellungen der Gäste bedienen musste. Hier fallen mir Diner Dash oder dieses uralte Bierzapf-Spiel Tapper an. Gut ein wenig komplexer als letzteres sieht es schon aus und ich vermute, dass es sich auch eher nach Arbeit anfühlt. Die Sanduhren lassen nichts Gutes vermuten…
Kitchen-Rush simuliert die Aufregung und den Hochdruck unter dem in einer professionellen Küche gearbeitet werden muss durch einen innovativen Echtzeit-Arbeiter-Platzierung-Mechanismus. 1-4 Spieler arbeiten zusammen und versuchen, Aufträge schnell genug zu erfüllen, um genug Geld zu verdienen. Sie müssen versuchen, das Geschäft über 4 Runden á 4 Minuten am Laufen zu halten. Das Spiel bringt Spaß, Spannung und Hektik auf den Tisch und bietet ein genussvolles Mehrgangmenü für verschiedene Spielertypen.
Im Spiel verwenden Spieler Sanduhren als ihre Arbeiter und ordnen sie zu verschiedenen Aufgaben zu – Bestellungen aufnehmen, Gerichte kochen oder einkaufen gehen. Jeder Arbeiter, der auf einem Aktionsfeld platziert wurde, kann nicht an anderer Stelle verwendet werden, bevor der Sand in der Sanduhr abgelaufen ist. Jede einzelne Entscheidung ist wichtig, da die Zeit begrenzt ist.
Kitchen Rush ist von Dávid Turczi, u.a. bekannt für sein dystopisches Zeitreise-Spiel Anachrony (erschienen bei Mindclash Games).
Für mich ein interessant aussehendes Spiel an dem ich sehr interessiert bin. Simultan handeln, kooperativ, Zeitdruck – all das klingt nach einer stimmig thematischen Umsetzung. Die Kampagne ist gerade gestartet und das Spiel ist sehr hochwertig ausgestattet mit zahlreichen unterschiedlichen Nahrungsmittel-Token. Für 55$ kann man sich an der Entwicklung vorab beteiligen. Und wie immer bei Artipia Games kann man sich das Porto sparen, wenn man in Essen auf der Spielemesse teilnimmt und es dort mitnehmen möchte – vermutlich wird man es dann etwas eher in den Händen halten können als der Rest der Backer (war zumindest bei Fields of Green so…).
Die Digitalisierung in der Brettspiel-Welt geht weiter. Nachdem bereits zahlreiche interessante Titel als App dieses Jahr erschienen sind, legt Asmodee nach Colt Express mit Jaipur nun eine weitere Brettspiel-App nach. Das clevere 2-Personen-Spiel rund um die Händler in Jaipur, die um die Einladung zum Maharadscha konkurrieren, stand bereits im Jahr 2010 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Sieben Jahre später nun findet das Spiel den Weg in die digitale Welt. Vielleicht erhofft sich Asmodee hieraus auch einen kleinen Schub für das analoge Spiel.
Das Preview-Video erlaubt ein paar ( teils etwas langatmige) Einblicke in die App, die durchaus wieder hochwertig gestaltet ist.
The Manhattan Project und sein themenneutralerer Nachfolger The Manhattan Project: Energy Empire kann man durchaus als Erfolg des kleinen Verlages Minion Games bezeichnen. Beide wurden über Kickstarter vorfinanziert und vermarktet und Minion Games konnte insbesondere in den späteren Kampagnen gutes Geld einsammeln. Klingt der Unterstützungsbetrag des ersten Spiels von etwas mehr als 8.600 Dollar heutzutage nach einem Flop, muss man bedenken, dass Minion Games Kickstarter für die Finanzierung dieses Spiels bereits in 2011 nutzte. Eine Zeit, in der die Brettspielgemeinde der neuen Finanzierungsform Kickstarter kaum Aufmerksamkeit schenkte. Die weiteren Kampagnen sammelten dann wesentlich mehr Geld ein. Die Erweiterung, bei der man auch das Basisspiel erstehen konnte, sammelte im Jahr 2013 schon fast 39.000 Dollar ein, Energy Empire über 90.000 Dollar und das Chain Reaction Card Game aus dem Manhattan Project Universum in 2016 schon über 130.000 Dollar. Das zeigt auch sehr schön, wie die Bedeutung von Kickstarter sich in den letzten Jahren entwickelt hat, denn ein Millionenprojekt ist im Brettspielbereich schon lange keine Überraschung mehr. Nun aber zum Spiel selber…
In The Manhattan Project übernimmt jeder Spieler die Rolle einer Nation, die sich im kalten Krieg im Wettrüsten übt und zur größten Atommacht werden soll. Dabei handelt es sich um ein echtes Wettrennen, denn wer zuerst einen bestimmten Punktwert erreicht, gewinnt. Dabei kann der Gegner durch gezielte Angriffe sabotiert und zurückgeworfen werden. Im Kern ein klassisches Worker Placement Spiel, dessen Arbeiter sich jedoch verändern und weiterentwickeln lassen. Außerdem muss der Spieler sich in seinem Zug immer entscheiden: Möchte er Arbeiter einsetzen oder seine Arbeiterschaft komplett zurückholen und so besetzte Einsatzorte wieder verfügbar machen.
Thematisch war The Manhattan Project nicht jedermanns Geschmack und deshalb kam mit The Manhattan Project: Energy Empire ein im Kern ähnliches Spiel mit anderem Thema auf den Markt.
Nun hat Minion Games die Kickstarter Kampagne für den zweiten Teil von Manhattan Project mit dem Untertitel Minutes to Midnight gestartet.
Auch im zweiten Teil stehen wieder die Atommächte im Mittelpunkt. Allerdings befinden wir uns in der Zeit 20 Jahre nach der Erfindung der ersten Atombombe und der Zugang zu spaltbarem Material ist für die Atommächte kein Problem mehr. In The Manhattan Project: Minutes to Midnight dreht sich alles vielmehr um die Trägersysteme zu Wasser, zu Lande und in der Luft, die man benötigt, um möglichst schnell reagieren zu können. Nur wer es schafft hier die Nase vorn zu haben, kann das Spiel gewinnen.
Thematisch mag es den ein oder anderen hier gruseln, aber schon der erste Teil zeigte sehr plastisch auf, wie das Wettrennen der Atommächte damals in den Fünfziger- und Sechzigerjahren abgelaufen ist. Hier setzt der zweite Teil The Manhattan Project: Minutes to Midnight thematisch an und führt somit die Geschichte fort. Spielerisch in ähnlichem Gewand daherkommend, sind zwar die Aufgaben nicht dieselben, aber im Grunde ist es eine thematische Fortführung des ersten Teils. Mit $70 ist der Titel auch eher kostspielig und wenn man bedenkt, dass der erste Teil teilweise sehr günstig zu haben war, stellt sich mir zumindest die Frage, ob man das Geld schon investieren sollte. Grundsätzlich unterstützt man einen kleineren Verlag, der sicherlich auch mal grafisch einen eigenen Weg geht, was mir sehr gut gefällt. Am Ende ist es wie immer: Entscheiden müsst ihr, ob ihr investiert oder wartet. 😉
Einen besseren Überblick vom Spiel und Spielprinzip liefert das Video von Man vs. Meeple
Wer in die Regeln schauen mag, der folge diesem Link…
Etwas überraschend gab Feuerland Anfang des Jahres bekannt, Scythe von Stonemaier Games auf dem deutschen Markt veröffentlichen zu wollen – und das gleich inklusive der ersten Erweiterung Invaders from Afar (in zwei getrennten Boxen). Mittlerweile ist die deutsche Ausgabe und die Erweiterung von Scythe erhältlich und erste Spieler halten sie bereits in ihren Händen.
Schlag auf Schlag geht es aber weiter und Feuerland hat auf den Spieletagen in Herne bekannt gegeben, dass die zweite Erweiterung The Wind Gambit auch noch im Herbst dieses Jahres erscheinen soll. Wenig gelungen ist meines Erachtens allerdings die etwas sperrige Übersetzung des Titels Kolosse der Lüfte. Hier hätte man sich besser dem Original angenähert. Ich verstehe sowieso nicht, warum man für das Grundspiel, das bekanntermaßen einen englischen Titel besitzt, unbedingt eine Erwerterung mit eingedeutschtem Titel veröffentlichen muss. Und die Zielgruppe würde sicherlich auch einen englischen Titel akzeptieren. Aber vielleicht besinnt sich Feuerland ja noch und passt den Titel bis zur Veröffentlichung nochmal an. Nichtsdestotrotz freue ich mich darüber, dass Feuerland hier so am Ball bleibt. Bin gespannt, wann Stonemaier Games die Big Box von Scythe herausbringt, denn das wäre aus meiner Sicht der konsequente Schritt, wenn alle Module veröffentlicht sind.
Näheres zur Erweiterung findet ihr im Blog hier und zur Feuerland Veröffentlichung hier. Meine ersten Eindrücke hatte ich damals hier zusammengefasst.
Es wäre ja wirklich ein Wunder, wenn sie denn tatsächlich erscheinen würde – die App zu 7 Wonders. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange wir schon auf die digitale Umsetzung von 7 Wonders warten. Zwar gab es bereits eine Beta-Phase, die jedoch zu keinem offiziellen Release geführt hat. Auch Updates oder Nachrichten zu der Veröffentlichung waren zwischenzeitlich spärlich gesät – bis jetzt…na ja fast. Denn rätselhaft ist es immer noch, wird doch nur ein Datum mit eindeutiger grafischer Gestaltung gezeigt.
Am 7.7.17 passiert etwas wundervolles…nur was?
Am 7.7.17 passiert irgendwas wundervolles im Zusammenhang mit 7Wonders. Die Veröffentlichung einer Erweiterung kann ich mir nicht vorstellen, auch wenn Antoine Bauza immer mal wieder getwittert hat, dass er an 7 Wonders arbeitet. Ich glaube eine Veröffentlichung im Sommerloch wäre nicht klug und würde eher für die Spiel’17 in Essen aufgespart werden. Also hoffen wir und freuen uns auf die hoffentlich bald erscheinende App. Ein Preview von vor etwa 2 Jahren findet sich bei Boardgamegeek TV auf YouTube.
Und für alle die 7 Wonders gerne und regelmäßig auf dem Tisch spielen, sei noch mal auf die 7 Wonders Companion App hingewiesen, die das Management des Spiels und die Auswertung deutlich vereinfacht. Hier findet ihr sie für iOS im AppStore von Apple.
Ich freue mich immer, wenn Brettspielfirmen es schaffen, interessante Projekte zu realisieren. Insbesondere freut es mich dann, wenn vermeintlich kleinere Firmen wie Horrible Games sich so vielleicht das „große Spiel“ realisieren können, das sie schon immer herausbringen wollten. Zum Thema Crowdfunding hatte ich mich ja zusammen mit den Bretterwissern bereits ausreichend ausgelassen, deswegen lasse ich diesen Teil hier aus. Nur so viel: Genau solche Projekte wie Alone sind es, bei denen Kickstarter auch für etabliertere Firmen Sinn machen kann. Denn der Finanzierungsaufwand dürfte hierbei nicht unerheblich sein und kann eine kleine Firma an seine Grenzen bringen.
Artwork und 3D Modell der Miniatur
Mit Alone von Horrible Games erblickt ein umgekehrter Dungeon Crawler das Licht des Tages – auch wenn es scheinbar recht dunkel zugeht auf dem Raumschiff. In verschiedenen Posts (hier, hier und hier) hatte ich bereits einiges zum Spiel geschrieben und auf der Seite von Horrible Games kann man sich zudem recht ausführlich informieren. Wie viele Dungeon Crawler liegt Alone mit $75 eher am oberen Ende der Preisskala. Dazu gibt es hier jedoch die Möglichkeit über ein Pledge Level der besonderen Art auch 3D Resin Teile statt der einzelnen Kartenteile zu erhalten. Das hebt das Spielgefühl sicher noch mal auf ein neues Level. Aber ist mir das $350 wert?! Das muss am Ende jeder selbst entscheiden. Billig ist die Herstellung solcher exklusiven Teile sicherlich nicht, aber man kann auch mit der „günstigen“ Variante bestimmt genug Spaß haben. Wer das Geld hat, bekommt aber hier eine absolute Luxusversion des Spiels.
Drei der Bösewichte, die den Helden bedrohen…
Die Kampagne ist mittlerweile finanziert, Alone kommt also zu ganz vielen Backern, die sich schon heute auf das Spiel freuen dürfen. Ich bin gespannt was da auf uns zukommt, da mich das Konzept des umgekehrten Dungeon Crawlers irgendwie interessiert. Vor allem interessiert mich, ob das Spielgefühl dabei so viel anders sein wird.
Die Kampagne läuft noch bis Ende Mai und auf der Website von Horrible Games findet ihr gaaaanz viel Details zu Alone. Oder eben auch bei Kickstarter…
Das Spielprinzip klingt interessant (siehe hier), es gab erste Artworks (siehe hier) und das Pre-Marketing hat mir auch gefallen (siehe Twitter). Jetzt also noch der Trailer. Auch wenn man nicht viel sieht, ich bin interessiert!
Ein paar mehr Details liefert die Seite von Horrible Games, die einzelne Artikel rund um das Spiel zusammenfasst. Ich freue mich auf den 2. Mai und die Enthüllung der Kampagne…
rudy games hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spiele zu entwickeln, die moderne Technologien und analoge Spiele integrieren und auf diese Weise Online- und Offline-Welt miteinander zu verbinden. Manfred Lamplmair hatte mir bereits Rede und Antwort gestanden und auch das Erstlingswerk LEADERS – A Combined Games hatten wir uns bereits genauer angesehen. Nun wurde mit Interaction ein gänzlich anderes Spiel vorgelegt und über die Crowdfunding Plattform Kickstarter Kapital zur Realisierung eingeworben.
Interaction verfolgt dabei eher einen Party- und Quizspiel-Ansatz. Dabei treten 2 bis 9 Spieler in fünf unterschiedlichen Kategorien miteinander an. Die Spieler werden dabei in den fünf unterschiedlichen Bereichen Wissen, Kreativität, Action, Social und Games auf die Probe gestellt. Die zum Spiel gehörende App soll die Spieler kennenlernen und die Spielaufgaben an die Interessen, das Alter und den Spielort automatisch anpassen.
Bei dieser Kampagne wird Kickstarter übrigens im eigentlichen Anwendungssinn – also Crowdfunding als Finanzierungsform – genutzt, denn rudy games ist wirklich ein Start-Up und bei der Realisierung des Spiels auch auf die Unterstützung der Backer angewiesen. Sicherlich ist auch der Marketingeffekt einer solchen Kampagne und die internationale Reichweite wichtig, aber eben nicht nur. Hier ist also tatsächlich mal möglich einer kleinen Firma unter die Arme zu greifen. Dafür wurde Kickstarter gemacht.
Im Video erfährt man noch ein wenig mehr zum Spiel und sieht auch schon ein wenig, wie die App funktioniert.
Und wer sich auch für das Team hinter Interaction interessiert, kann die Menschen hier in Augenschein nehmen.
Wer schnell ist, der ergattert noch eine Early Bird Version für 29,-, die allerdings nur bis zum 21. April 2017 zur Unterstützung bereit steht. Die gesamte Kampagne läuft bis zum 19. Mai 2017. Aktuell sind etwa 30% des Finanzierungsziels erreicht und somit stehen die Chancen ganz gut, das Finanzierungsziel zu erreichen. ich werde sicherlich auch noch mal genauer auf das Spiel drauf schauen… 😉