Rückruf bei Asmodee Deutschland – und irgendwie fühlt sich das neu an
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Man stolpert ja über vieles, wenn man sich länger in der Brettspielszene bewegt. Regelunklarheiten, Produktionsfehler, fehlende Karten – alles schon erlebt.
Aktuell ruft Asmodee ein Zubehör-Set zurück, weil in einem mitgelieferten Stoffbeutel zu hohe Formaldehyd-Werte festgestellt wurden. Kein Detailproblem, kein „wir legen euch Ersatzkarten bei“, sondern ein klarer Fall von: Bitte nicht mehr benutzen.
Und ja – im Spielzeugbereich kennt man solche Meldungen durchaus. Puppen, Plüschtiere oder Billigimporte mit problematischen Chemikalien tauchen regelmäßig in Rückruflisten auf.
Aber bei modernen Brettspielen, die sich längst als hochwertiges Hobbyprodukt verstehen? Das fühlt sich tatsächlich wie eine kleine Premiere an.
Aber ein echter sicherheitsrelevanter Rückruf eines großen Brettspielverlags? Das ist mir in dieser Form bisher nicht untergekommen.
Was ich Asmodee dabei zugutehalte: Der Rückruf wird offen kommuniziert, mit klaren Anweisungen für Käuferinnen und Käufer. Genau so muss das laufen. Transparenz ist in solchen Fällen wichtiger als jede PR-Glanzpolitur.
Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack. Gerade weil viele von uns Spiele nicht nur sammeln, sondern regelmäßig mit Familie, Kindern oder Freunden auf den Tisch bringen. Da erwartet man irgendwie, dass Materialien vorher sauber geprüft werden. Hat das bisher entsprechend konsequent stattgefunden oder eher nicht? Vielleicht werden Brettspiele in der Hinsicht auch einfach anders geprüft als Spielzeuge für kleine Kinder. Zumindest bisher.
Das betroffene und potenziell gefährliche Zubehör (Quelle: Asmodee)
Unterm Strich: Kein Grund für Panik – aber definitiv ein Moment, der zeigt, dass auch unsere geliebte Brettspielwelt nicht völlig frei von klassischen Konsumgüterproblemen ist.