endeavor Age of Expansion First Look Review
Mai 22nd, 2019 by Dirk
Lesezeit: 4 Minuten

Der etwas sperrige Untertitel „Segelschiffära“ ziert das schöne Spiel Endeavor – Age of Sails in der deutschen Version. Ich habe mittlerweile einige Partien gespielt und mag das Spiel wirklich gerne. Eine gute Mischung aus Komplexität und eingängigem Ablauf. Und da das Spiel nicht nur auf Kickstarter ein Erfolg war, ist es nur folgerichtig, dass es eine Erweiterung erhält. Diese heißt im Englischen etwas augenzwinkernd Endeavor Age of Expansion, also in etwa Ära der Ausbreitung (bitte nicht mit Erweiterungsära übersetzen 😉 ). Ich hatte dank Helaina Cappel von Burnt Island Games die Möglichkeit einen ersten Blick auf den aktuellen Stand der Entwicklung etwa vier Wochen vor dem Kickstarter zu werfen und mir einen ersten Eindruck zu verschaffen was da auf uns zusegelt.

Was die Erweiterung zu Endeavor bietet

Es gibt neue Karten und neue Gebäude. Hätte man sich ja fast denken können. Sie stellen ja auch sozusagen den Motor des Spiels dar. Die Erweiterung enthält weitere Gebäude für den Gebäudemarkt und neue Vermögenskarten für die Kolonien und Europa.

Gibt einen Eindruck über den Umfang der Erweiterung – Endeavor – Age of Expansion (Quelle: Twitter)

„Der neue Gebäudemarkt schafft eine völlig andere strategische Erfahrung innerhalb desselben Regelwerks.“, heißt es von Verlagsseite. Die meisten Aktionen an den Gebäuden dürften Spielern mit Erfahrung im Spiel bekannt sein. Es gibt jedoch neue Konzepte wie Handel, Befestigung und Einberufung & Mobilisierung, die eben das Spielgefühl maßgeblich verändern sollen.

Dazu kommen neue Vermögenskarten, die eine andere Zusammenstellung bei den Symbolen und weitere Besonderheiten bieten.

Aber werfen wir einen genaueren Blick auf die Erweiterung, die neuen Konzepte, Karten und Gebäude.

Neue Konzepte in Endeavor

Handel (Trade) – Diese Aktion ermöglicht einen Austausch einer Ware von meinem Spielertableau mit einer Ware von irgendwo auf dem Spielbrett (nicht vom Gegner!). Danach werden die Werte auf den Attributsleisten (Kultur, Militär etc.) entsprechend angepasst. Ein starke und manchmal sehr vermisste Funktion, vor allem wenn die Handelsgüter in der falschen Reihenfolge auf den entsprechenden Leisten ausliegen. Finde ich super!

Befestigen (Fortify) – Man platziert unter einen Marker einer beliebigen (eigenen) Stadt einen Befestigungsmarker. Dieser bewirkt, dass angreifende Gegner nun 2 Einheiten verlieren, wenn sie angreifen. Eine tolle Verstärkung für wichtige Knotenpunkte des eigenen Neztwerks.

Einberufung (Conscription) – Während der Wachstumsphase erhält man auf jedes leere Einberufungsfeld einen speziellen Marker – den Einberufenen. Diesen kann man dann entsprechend der Aktion des Gebäudes auf dem er eingesetzt wurde mobilisieren und somit nach einer Aktion eine weitere Aktion ausführen. Auch das ist eine tolle Erweiterung der Aktionsmöglichkeiten.

Die neuen Kartensätze bei Endeavor – Age of Expansion

Endeavor – Age of Expansion kommt mit einem komplett neuen Kartensatz. Nur die Gouverneurskarten und das Sklavendeck bleiben aus dem Grundspiel erhalten. Es gibt verschiedene neue Kartentypen für die Regionen.

Handelsflotten (Wert 1) – Diese bringen ein paar hilfreiche Verbesserungen an den Attributsleisten und zusätzlich eine ganz besondere Eigenschaft. Man kann nämlich eine zweite Karte an sie andocken! Das ist natürlich super, da man so einen zusätzlichen Anlegeplatz für eine Karte hat.

Zuschüsse (Subsidies, Wert 2) – Hiermit kann man andere Karten zusätzlich durch eine Zahlung aktivieren. Somit kann man auch hier Doppelzüge machen, wenn man geschickt plant.

Wert-5-Karten – Diese haben jeweils einen einzigartigen Effekt. So eröffnet die Wert-5-Karte aus Afrika bspw. die Möglichkeit beim Aktivieren eines Gebäudes anstatt des abgebildeten Effekts einen beliebigen anderen Effekt auszulösen.

Europa Deck – Das Europa Deck von Endeavor – Age of Expansion liefert ein Deck aus sieben Karten (Werte 0 bis 6), die jeweils einen individuellen Effekt haben, wenn sie gezogen werden. Die Wert-0-Karte erlaubt es beispielsweise eine Gouverneur-Karte zusätzlich anzulegen. Die Wert-1-Karte kann selbst auf einem Kartenplatz der Gouverneurkarte gelegt werden und liefert sofort eine Arbeiterscheibe für den eigenen Hafen. Und so geht es munter weiter mit interessanten neuen Eigenschaften.

Detailansicht der Prototypmaterialien – Endeavor – Age of Expansion (Quelle: Twitter)

Sklaverei-Deck und Bekanntheitsplättchen

Das Skalverei-Deck bleibt grundsätzlich unverändert, aber die Spieler können nun frei auswählen, welche Stufe sie nehmen möchten, sofern sie über ausreichend Präsenz in Europa verfügen. Man könnte also auch direkt die 2er Karte nehmen, wenn man in zwei Städten präsent ist.

Auf den Platz des Sklaverei-Decks, dieses liegt nun neben dem Brett offen, wird eines der Bekanntheitsplättchen (Prominence Tile) ausgelegt. Davon kommt nur eines ins Spiel und es ermöglicht Einfluss in Europa zu erlangen ähnlich wie die offene See in den Kolonien. Zusätzlich liefern sie am Ende Siegpunkte in Abhängigkeit der platzierten Scheiben auf dem Plättchen

Fazit zu Endeavor – Age of Expansion

Insgesamt zwar „more of the same“, aber dennoch mit einigen sehr feinen Unterschieden in den Möglichkeiten des Spiels. Somit natürlich – wie das bei den meisten Erweiterungen so ist – insbesondere für alle interessant, die sich schon etwas müde gespielt haben an der Basis-Segelschiffära und bereit sind für die Ära der Ausbreitung.

Am 18. Juni startet die Kickstarter-Kampagne für die Erweiterung, soll aber erst im Frühjahr 2020 bei den Unterstützern ankommen. Mir gefällt die Herangehensweise. Lieber konservativ planen und dann im Zweifel früher landen ist doch für alle Beteiligten besser und stressfreier als anders herum. Außerdem hat man in der Zeit nun auch noch mal ausreichend Zeit das Spiel zu spielen. Ist ja gerade mal ein dreiviertel Jahr alt bzw. jung. 😉

Dazu plant Burnt Island Games in der Kampagne einige Add-Ons anzubieten wie das Basisspiel selbst (allerdings nur in der Retail-Version). Es wird jedoch auch Upgrades für das Basisspiel geben, wie die Handelsmarker aus Holz und die Miniaturen sowie weitere Dinge. So kann man sein Basisspiel im Nachhinein noch aufwerten und fast auf das Commodore Level heben.

Ich mag Endeavor – Age of Sail sehr gerne und freue mich auf die neuen Möglichkeiten der Erweiterung.

Mittlerweile ist das Projekt live auf Kickstarter. Folgt diesem LINK…

Das Spiel und die Erweiterung findet ihr auch auf Boardgamegeek.

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News Corwdfunding Kickstarter Endangered Wuerfelmagier Würfelmagier
April 8th, 2019 by Dirk
Lesezeit: 3 Minuten

Grand Gamers Guild ist in den letzten Monaten vor allem durch das schöne Endeavor bekannt geworden, das sie gemeinsam mit Burnt Island Games umgesetzt und erfolgreich über Kickstarter finanziert haben. Zuvor hatten sie MEINE Aufmerksamkeit aber auch mit dem Tic-Tac-Toe-Klon Pocket OPs erlangt. Nun folgt mit Endangered ein Spiel, dass sich mit dem Erhalt von Arten befasst und gemeinsam mit dem Center for Biological Diversity entwickelt wurde. Die Spezialisten haben das Team von Grand Gamers Guild unterstützt, damit auch die Fakten des Spiels zur wahren Welt passen. Darüber hinaus gehen eventuelle Gelder aus dem “Tip Jar” (Trinkgeld) des Pledgemanagers an das Center und für jedes über die Kampagne unterstützte Spiel im Center Level Pledge geht ein Exemplar an das Center for Biological Diversity zur Förderung der Jugendarbeit vor Ort. Insgesamt eine runde Sache, die Grand Gamers Guild da gestartet hat.

Was Endangered bietet

Endangered ist ein kooperatives Spiel, bei dem alle Spieler zusammenarbeiten, um die Herausforderungen zu meistern, mit denen sie das Spiel konfrontiert. Ziel ist es, eine Tierart möglichst vor dem Aussterben zu retten. Wie bei vielen kooperativen Spielen gibt es verschiedene Rollen mit einzigartigen Vorteilen. Gewinnen oder verlieren tun alle das Spiel gemeinsam.

Endangered bietet ein modulares Spielsystem. Das Basisspiel beinhaltet die Module Tiger und Seeotter. Man spielt im entsprechenden Lebensraum, mit den passenden Karten, Gefahren und speziellen Regeln der gewählten Tierart. Weitere Module für eine Vielzahl von bedrohten Arten sind laut Verlag in Planung. Jedes Modul erzählt eine andere Geschichte und bietet einzigartige Herausforderungen.

Wie es gespielt wird

Endangered wird in mehreren Runden gespielt, die sich jeweils in 5 Phasen unterteilen.

Aktionsphase

In der Aktionsphase würfelt man und platziert seine Würfel dann auf den unterschiedlichen Aktionsfeldern, um die entsprechenden Fähigkeiten zu nutzen. Aktionen sind das Versetzen von Tieren, das Aufhalten der Zerstörung der Umwelt, der Versuch, Botschafter zu beeinflussen, die Vorbereitung auf drohende Ereignisse und das Spielen von Karten aus der Hand. Im Laufe des Spiels fügt man dem Spielbereich Aktionen hinzu, die die Fähigkeiten des Teams weiterentwickeln.

Nachwuchsphase

Hoffentlich bekommt die Tierart Nachwuchs! Jede Art hat andere Regeln für die Erzeugung von Nachwuchs, aber grundsätzlich möchte man immer die Bildung von Paarungspaaren fördern, damit die Chancen, die Population zu erhöhen, steigen!

Zerstörungsphase

In jeder Runde wird die Umwelt ein Stückchen mehr zerstört. Für Tiger ist es die Abholzung, für Seeotter sind es Ölteppiche auf dem Meer, die ihren Lebensraum gefähreden. In dieser Phase vollzieht man die unerbitterliche Zerstörung von Lebensräumen, die die Tiere bedroht oder tötet.

Ereignisphase

Das Ereignisdeck enthält für jede Spezies einen Satz unterschiedlicher Ereignisse. Einige sind positiv, aber die meisten sind eine Bedrohung für die Tierart. Kahlschlag, Wilderer, Haie, Fragmentierung und Regierungsumwälzungen sind nur einige der möglichen Katastrophen, mit denen man umgehen muss.

Aufräumphase

In dieser Phase zieht man eine neue Karte auf die Hand und der nächste Spieler ist an der Reihe. Waren alle dran, ist das Jahr vorbei und das nächste Jahr beginnt. Wenn es ein Abstimmungsjahr war (in welcher Runde das ist, ist abhängig von der Spielerzahl), überprüft man noch, ob man die Botschafter überzeugt hat und 4 oder mehr Ja-Stimmen erhalten hat!

Alle gewinnen das Spiel gemeinsam, wenn sie in einem der zwei Abstimmungsjahre 4 oder mehr Ja-Stimmen von Ihren Botschaftern erhalten können. Diese erhält man, indem man die auf den Karten vermerkten Bedingungen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, verschwindet die Tierpopulation oder wird die Umwelt zu sehr zerstört, verlieren alle das Spiel!

Was ich von Endangered halte

Endangered News Kickstarter Crowdfunding Cover
Wunderschöne Covergestaltung bei Endangered von Beth Sobel

Ich glaube nicht, dass Endangered ein sonderlich innovatives Spiel ist. Vielmehr ist es ein kooperatives Wettrennen, die Bedingungen der Botschafter schnellstmöglich zu erfüllen. Gemeinsam daran arbeiten, dass die Welt wie wir sie kennen erhalten bleibt. Das steht als Thema ganz groß auf der Schachtel und das steckt auch im Spiel drin. Und wer würde ein solches Thema denn grundsätzlich schlecht finden? Richtig! Niemand. Jeder ist doch daran interessiert, die Welt in der wir leben, zu schützen. Seit dem Aufkommen der ersten Gedanken zu größerem Umwelt- und Tierschutz-Maßnahmen hat sich viel getan und der Gedanke, Umwelt und Natur schützen zu müssen, ist mittlerweile in weiten Teilen der Welt akzeptiert und verstanden. Und dennoch müssen wir uns mit der Zerstörung von Lebensräumen und Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Wir sind einfach viel zu sehr gewöhnt an all die Annehmlichkeiten des täglichen Lebens. Plastik, CO2 und Co. sind als Probleme zwar bekannt, wir machen uns aber vielleicht einfach viel zu selten klar, wie gravierend die Auswirkungen sein werden, wenn alles so weiterläuft. Und genau deshalb schreibe ich über dieses Spiel. Nicht weil es als Spiel sonderlich innovativ ist, sondern einfach, weil es ein Thema transportiert, das wir uns nicht oft genug vor Augen führen können. Und ein kooperatives Spiel eignet sich einfach sehr gut, das zu transportieren. Ich hoffe sehr, dass es finanziert wird und hoffe auch, dass es weltweit Anklang findet und in möglichst vielen Ländern gespielt werden kann.

Hier geht es zur Kampagne von Endangered auf Kickstarter

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Februar 9th, 2018 by Dirk

Lesezeit: 2 Minuten 

Nein, hier geht es nicht um Raumfahrt, sondern um Schiffahrt. Nicht das Space Shuttle, das das Ende der Space Shuttle Ära einläutete, ist gemeint, sondern das unter James Cooks Kommando befindliche Segelschiff. Dementsprechend geht bei Endavor – Age of Sail auch ums Erkunden und Segeln. Dabei handelt es sich bei dem Spiel nicht um eine komplette Neuentwicklung, sondern um eine Neuauflage eines Klassikers.

Burnt Island und Grand Gamers Guild bringen das Spiel Endeavor von Jarratt Gray und Carl de Visser wieder auf die Spieltische zurück. In Deutschland ist das Spiel 2009 bei Lookout unter dem Titel Magister Navis erschienen. Es dürfte den meisten eher nicht bekannt sein. Umso schöner, dass nun eine Neuauflage geplant ist. Derzeit läuft die Kickstarter Kampagne an und buhlt um euer sauer verdientes Geld.

 

Wie wird Endeavor gespielt?

Endeavor kombiniert verschiedene Mechanismen miteinander und das – angeblich – sehr gekonnt:
– Area Control Elemente – rund um die Städte und Routen auf dem Plan
– Engine Building – um an Rohstoffe und andere Vorteile zu kommen
– Action Management – Bevölkerung für Handelsaktivitäten einsetzen.
– Ressourcen Management – mit Weitsicht Ressourcen sammeln, um langfristig keine Flaute zu haben.

Über den Spielfluss kann ich natürlich nur mutmaßen, da ich das alte Spiel nicht kenne. Für mich klingen die bisher bekannten Details allerdings nach einem recht flüssigen Spielverlauf, der wenig Fragen offen lässt.

Endeavor Crowdfunding Kickstarter Wuerfelmagier Würfelmagier NewsMan baut nach und nach eine Seefahrernation auf und aus und beginnt irgendwann den alten Kontinent zu verlassen. Bewegt man sich zu Beginn des Spiels noch auf dem europäischen Festland, wird man irgendwann durch das Bauen bestimmter Gebäude in die Lage versetzt sich auf dem Seeweg fortzubewegen. Irgendwann wird der Platz auf dem Spielbrett allerdings zu eng und es kommt zum Kampf und zur Verdrängung zwischen den Spielern.

Bereits nach sieben Runden endet das Spiel und es gewinnt der Spieler, der in den unterschiedlichen Kategorien in Summe am meisten Punkte geholt hat. Dazu zählt der Fortschritt bei Industrialisierung, Kultur etc., die kontrollierten Städte und Kreuzungen sowie Ruhmpunkte und Punkte aus den Heldentaten (Exploits).

Zwei bis fünf Spieler sollen in 60-90 Minuten eine Partie bestreiten können.

Ein detaillierter Bericht zu Magister Navis findet sich bei den Kollegen von cliquenabend.de.

 

Wie sieht Endeavor aus?

Optisch macht das Spiel eine Menge her und trifft meinen Nerv. Die gesamte Aufmachung weiß zu gefallen. Auch vermisse ich nicht die notwendige Klarheit, die manchem Spiel bei einem allzu thematisch gestalteten Spielfeld abgeht.

Die Materialien haben sich im Verlauf der Kampagne bereits maßgeblich verbessert und die Liste der Verbesserungsziele scheint weiter zu wachsen. Momentan sind schon eine Menge toller Holzmarker und einige Minis (Kanonen) dazugekommen.

Die Kampagne läuft noch bis Ende Februar. Folgt dem Link für mehr Informationen..

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